Die verschiedenen Arten zu stoßen

Chang: „Tiefe und flache, langsame und rasche, gerade und schräge Stöße sind keineswegs alle von gleicher Wirkung, sondern von sehr unterschiedlicher Wirkung und Eigenschaft. Ein langsamer Stoß sollte der zuckenden Bewegung eines Karpfens ähneln, der mit dem Angelhaken spielt; ein rascher Stoß dem Schwingenschlag eines Vogels, der gegen den Wind fliegt. Eindringen und herausziehen, auf und ab bewegen, von links nach rechts, mit Pausen oder in rascher Folge, all das sollte im Zusammenspiel geschehen. Man sollte alles zur rechten Zeit anwenden und nicht aus Bequemlichkeit eigensinnig an einer Methode festhalten.

1. Verteile Streiche nach rechts und nach links wie ein tapferer Krieger, der durch die feindlichen Linien zu brechen sucht.

2. Bäume dich auf wie ein wildes Pferd, das einen Fluss durchquert.

3. Zieh ihn heraus und stoße ihn hinein wie Seemöwen die auf den Wellen spielen.

4. Stoße im raschen Wechsel tief hinein, dann neckend flach wie ein Spatz, der die Reisreste in einer Schale aufpickt.

5. Stoße abwechselnd tief und flach wie ein riesiger Stein, der ins Meer sinkt. 

6. Dringe langsam ein wie eine Schlange, die zum Überwintern in ein Loch gleitet.

7. Stoße rasch zu wie eine verängstigte Ratte, die sich in ein Loch flüchtet.

8. Verharre und stoße dann zu wie ein Adler, der einen flüchtenden Hasen fängt.

9. Erhebe dich und tauche dann in die Tiefe wie ein Segelschiff, das dem Sturm trotzt.“

Schon das Lesen dieser Texte regt den Geist an. Hier kann man die eigentliche Schönheit der sexuellen Vereinigung entdecken. Wenn man nur auf sich und auf seinen eigenen Orgasmus konzentriert ist, verpasst man das wahre Abenteuer der Vereinigung von Mann und Frau. Wenn der Mann aber das Tao beherrscht, vergisst und verliert er das Bedürfnis zu ejakulieren. Ja, es stört ihn sogar, wie Baulärm nervt, wenn man in die Lektüre eines ansprechendes Buches vertieft ist. Oder wie Geschrei und lauter Streit stört, wenn man sich einen spannungsreichen Film ansieht.

Ein Tao-Mann empfindet das Bedürfnis zu ejakulieren so lästig wie einen Wadenbeißer. Er möchte ihn so schnell wie möglich loswerden. Damit er sich wieder mit allen Sinnen auf die verführerischen Aspekte des Festschmauses, sexuelle Vereinigung, konzentrieren kann.

Dann kann er all diese stimulierenden Stoßtechniken eine nach der anderen ausprobieren und das Liebesspiel zusammen mit seiner Partnerin genießen.

Denn es existiert kein Druck jeglicher Art. Manchmal dauert dieses Spiel bis zum Sonnenaufgang. Und die Frau liegt nach dem siebten Orgasmus mit einem Dauerlächeln des totalen Friedens vor dem Mann, der vom Glück überwältigt sich schon auf das nächste Fest freut. 

Die Glücksenergie breitet sich im ganzen Körper aus und hält viele Tage an.

Darauf möchte man nie wieder verzichten. Und man verspürt den Wunsch, dass die ganze Welt es erlebt. Wenn alle oder die meisten Menschen das Tao der Liebe praktizieren würden, dann gäbe es keine Kriege.

Konflikte stören nur wie lästige Wadenbeißer und man hält sich von ihnen fern, um sich wieder dem wahren Festschmaus zuzuwenden.

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Workshop in Berlin – Das Tao der Liebe