Sinne, Lust und Sexualität.

Die verkörperten Lebewesen empfinden gegenüber den Sinnesobjekten Anziehung und Abneigung, doch sollte man nicht unter die Herrschaft (Kontrolle) der Sinne und der Sinnesobjekte geraten, denn sie sind Hindernisse auf dem Pfad der Selbstverwirklichung.

Beim Betrachten der Sinnesobjekte entwickelt ein Mensch Anhaftung; aus solcher Anhaftung entwickelt sich Lust, und aus Lust geht Zorn hervor.

Aus Zorn entsteht Täuschung, und der Täuschung folgt die Verwirrung der Erinnerung. Wenn die Erinnerung verwirrt ist, geht die Intelligenz verloren, und wenn man die Intelligenz verloren hat, fällt man wieder in den materiellen Sumpf zurück.

Wenn das Lebewesen mit der materiellen Schöpfung in Berührung kommt, wird seine ewige Liebe für Gott durch die Verbindung mit der Erscheinungsweise der Leidenschaft in Lust umgewandelt. Mit anderen Worten, die Liebe zu Gott wird zu Lust, so wie Milch in Berührung mit saurer Tamarinde zu Yoghurt wird. Wenn die Lust unbefriedigt bleibt, wandelt sie sich in Zorn; aus Zorn entsteht Illusion, und wenn man sich in Illusion befindet, ist man gezwungen, das materielle Dasein weiter fortzusetzen, und man verstrickt sich immer mehr und immer wieder in die materiellen Lebensumstände. Immer wenn wir gerade denken, wir hätten uns von einem unangenehmen Umstand befreit, merken wir, dass wir an anderer Stelle hängen bleiben. 

Man kann sich nur mit Intelligenz von der Umschlingung der Schlingpflanzen befreien. Zorniges und wildes Umsichschlagen verstrickt uns immer mehr und führt zu unserem Untergang.

Die Sinne, der Geist und die Intelligenz sind die Wohnstätten dieser Lust, die das wirkliche Wissen des Lebewesens verschleiert und es verwirrt.

Das heißt, die Lust verführt uns oft zu unüberlegtem Handeln, was unangenehme Konsequenzen für uns haben kann. 

Die Lust Drogen zu konsumieren kann dazu führen, dass wir uns im Gefängnis wiederfinden oder sogar sterben.

Die Lust zu essen kann zu Übergewicht oder zu Vergiftungen führen.

Und die Lust an sexueller Befriedigung kann bis zu Missbrauch oder Vergewaltigung und Tod führen. Und der Täter findet sich im Gefängnis mit anderen Vergewaltigern wieder.

Daran erkennt man, dass wir die Kontrolle übernehmen und nicht der Lust das Feld überlassen sollten. 

Das bedeutet aber nicht, dass wir weniger Spaß am Leben haben werden. Mehr Spaß bedeutet schon, wenn wir Krankheit, Tod und Gefängnis mit unserer Intelligenz verhindern können. Und eine positive Veränderung unseres Bewusstseins in die richtige Richtung bedeutet auch Befreiung.

Wir fühlen uns freier und natürlich unabhängiger und eigenständiger, was natürlich auch unser Selbstwertgefühl steigert. Bewusst Spaß zu haben, vergrößert den Genuss um ein Vielfaches. 

Wenn wir aber unserem inneren Schweinehund das Feld überlassen, werden wir bestenfalls nur mit ein paar blauen Flecken davonkommen. Überlassen wir dem inneren Schweinehund ganz die Kontrolle, dann führt das zur unabwendbaren Zerstörung. 

Das wissen wir alle. Wir vergessen es nur immer wieder, weil uns die Lust und unsere Wünsche überlisten.

Die Sinne sind der toten Materie überlegen; der Geist steht über den Sinnen; die Intelligenz steht über dem Geist, und er [die Seele] befindet sich sogar noch über der Intelligenz.

Das bedeutet, wenn wir uns aus den materiellen Fesseln des Lebens befreien wollen, müssen wir (unsere Seele, unser eigentliches Ich) mit Intelligenz unseren Geist und unsere Sinne kontrollieren.

Der Weise ist zurückhaltend. Er hält sich zurück und beobachtet mit Intelligenz das Geschehen, bevor er handelt.

Dadurch erkennt er die Gefahren und sagt beispielsweise „Nein“, wenn ihm Drogen etc. angeboten werden.

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