Texte die immer wahr sind

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schrieb der ben­galische Dichter Hemachandra: »Es gibt immer wieder Länder, die zu überragender Bedeutung aufsteigen, einmal dieses und einmal jenes – wie zum Beispiel Japan, ein sehr kleines Land, das sich aber wie die Sonne strahlend über den Horizont erhebt.

Nur Indien liegt in ewigem Schlummer.« Und über den anderen Teil der Welt sagte er: »Amerika erhebt sich so mächtig, als ob es die ganze Welt verschlingen wollte. Von Zeit zu Zeit erzittert die ganze Welt unter seinem Kriegsgeschrei. Seine Leidenschaft ist so heftig und so gewaltig, daß es scheint, als wolle es die Erde dem Sonnensystem entreißen und ihr eine neue Form und Gestalt geben. »So beschrieb Hemachandra Amerika. Genauso wollte auch Bhaktivedanta Swami Maharaja der Welt durch Krishnabewußtsein ein neues Aussehen geben. Er sagte einmal: »Wir müssen hingehen und die Welt völlig neu aufbauen – mit Krishnabewußtsein.«

Was aber ist Krishnabewußtsein? Krishnabewußtsein ist wahre Liebe und Schönheit. Wahre Liebe und wirkliche Schönheit müssen die Welt regieren und nicht Selbstsucht oder Ausbeutung. Wann immer wir auf Schönheit treffen, denken wir im allgemeinen, daß sie dazu da sei, von uns ausgebeutet zu werden; in Wirklichkeit aber ist Schönheit der Ausbeuter, ist Schönheit der Meister und die trei­bende Kraft, die über alles gebietet. Und was ist Liebe? Liebe bedeutet, anderen Opfer zu bringen. Wir sollten nicht denken, daß ein Opfer dazu da ist, von uns ausge­beutet zu werden. Und wer darf ein solches Opfer in Empfang neh­men? Sind wir das?

Nein. Wir gehören zu denjenigen, die sich selbst als Opfer darbringen; wir gehören zur Gruppe derer, die nie­mals ihren eigenen Vorteil suchen und nicht das Allergeringste für sich selbst in Anspruch nehmen. Das der Liebe zugrunde liegende Prinzip ist Aufopferung, aber Aufopferung für wen? Und wer ist berechtigt, diese Opfer zu empfangen? Das ist allein die Liebe selbst. All das, was wir an eigenem Beitrag leisten können, sollte auf diese Liebe, die den Mittelpunkt bildet, ausge­richtet sein; alles sollte dorthin fließen, aber niemand sollte etwas von dieser Liebe für sich selbst beanspruchen. »Stirb, um zu leben.« Von dieser geistigen Haltung durchdrungen sollten wir uns vereinen und uns für die wahre Liebe und Schönheit einsetzen.

Aus dem Buch “Auf der Suche nach Govinda”

Swami Sridhara